Kritik gegen das Institut Français Berlin

(in Paris-Berlin Mag veröffentlicht)

Eine Veranstaltung über Prostitution am Institut Français Berlin denunziert die frühere Abgeordnete Maud Olivier als einseitig. Sie fordert eine Gegendebatte mit mehr Raum für das französische Gesetz von April 2016. Dieses bekämpft die Prostitutionsstrukturen – dank Strafen gegen die Freier und Ausstiegshilfen für die Frauen.

Schon über die Begriffe „Sex-ArbeiterInnen“ oder „sexuelle Dienstleistungen“ aus dem Einladungstext vom Institut Français Berlin stutzte die frühere, französische Abgeordnete Maud Olivier Anfang Oktober. Der Begriff „Sexarbeit“ legitimiere Prostitution als etwas Normales, schrieb Olivier an die Leiterin Dominique Treilhou. Genau das, was das französische Gesetz von 2016 bekämpfe. Prostitution werde nun in Frankreich als Gewalt definiert – und nicht als Arbeit, so Olivier, die das damalige Gesetz initiierte.

 

Die „Herausforderungen des Schreibens“ über Prostitution

„„Über Prostitution schreiben: Literatur & Sozialwissenschaften – Blickwechsel“ sei der Titel des Abends gewesen, antwortete Treilhou erst nach der Podiumsdiskussion. Es ging nicht um eine Debatte über Prostitution, sondern um die „Herausforderungen des Schreibens“. Eine Soziologin und eine Schriftstellerin, beide aus ungarischer Herkunft, hätten ihre Arbeiten über ungarische Prostituierte aus der Kürfürstenstraße dargestellt. Treilhou wunderte sich, warum über ein auch in Frankreich umstrittenes Thema nicht berichten werde dürfte. Am Anfang des Abends sei die Gewalt der sexuellen Ausbeutung erwähnt worden – und auch die Tatsache, dass sie in Frankreich verboten sei.

 

Ein zweiter Brief von Olivier bisher ohne Antwort

Falsch, erwiderte Olivier in einem zweiten Brief. Prostitution sei in Frankreich weder verboten noch illegal. Frauen werden nicht mehr verfolgt, sondern nur die Kunden und die Zuhälterei, die allerdings dort schon seit 1946 verboten ist. Das schränkte die Sex-Industrie dort schon lange ein. Nur 40.000 prostituierte Frauen gebe es schätzungsweise in Frankreich – in Deutschland 400.000. Olivier forderte eine „Gegendebatte“ zeitnah in Berlin. Nun liegt der Ball im Feld des Institut Français.

 

„Ein völlig falscher Eindruck von den ungarischen Zuhältern“

Die französische Senatorin Claudine Lepage gab zu, über die Zielsetzung des Abends ließe die Semantik einen Verdacht schweben. Eine Debatte möge von Interesse sein, sie sei persönlich gegen den Begriff Sex-Arbeit und befürworte das französische Gesetz.

An dem lauschigen Herbstabend erwähnten die Referentinnen zwar die Gewalt der Straßenprostitution. Allerdings sehr knapp oder in Nebensätzen – gepaart mit der Floske, nichts beschönigen zu wollen. Ausführlicher war die Geschichte einer „freiwillig“ nach Deutschland eingereisten Ungarin, die sich für ihren Zuhälter mehrere Monate prostituierte. Sie wurde schwanger und sie heirateten. Auf tanzende und lachende, ungarische Straßenprostituierte wies die Schriftstellerin außerdem hin. Sie hätten erstaunlich banale Probleme wie kalte Füße – so wie auch stehende Polizisten.

Überhaupt ging es viel um die Auflösung des Musters Opfer/Täter, um „Schubladendenken“, um „Arbeit“, „Beruf“, um die „Mädchen“ („les filles“), besonders um „Liebesbeziehungen“ und auch einmal um das verwirrende Gefühl, „den Boden der Tatsachen zu verlassen“, so Yargekov. Aber kein Wort über den traumatisierten Zustand der prostituierten Frauen.

Als „glamouröse Darstellung der Prostitution“ wurde die Podiumsdiskussion im Vorfeld auf Twitter kritisiert. Solche Verdachte würden im Laufe des Abends schnell verschwinden, versicherte Treilhou.

„Einen völlig falschen Eindruck von den ungarischen Zuhältern“ habe der Abend erweckt, meldete sich zum Schluss aus dem Publikum Gerhard Schönborn vom Verein Neustart. Dieser unterhält seit über zehn Jahren einen Kontaktcafé für die Frauen an der Kurfürstenstraße. Die Gewalt der ungarischen Zuhälter sei „sehr massiv“. Prostituierte Frauen aus Bulgarien hätten ihm berichtet, wie Ungarinnen nachts auf dem Parkplatz häufig zusammengetrieben und brutal geschlagen werden.

 

„Wenn schon vergewaltigt – wenigstens gegen Geld“

In ihrem Brief schrieb Olivier, Prostitution geschehe selten freiwillig, sondern entweder unter dem Druck eines Netzwerkes von Menschenhändlern oder aus Not zum Überleben. „Frauen, die zustimmen, tun es, weil ihnen alles aussichtslos erscheint“, schrieb die PS-Politikerin. „Weil ihr Körper schon unerträgliche Dinge erleiden musste, weil sie vielleicht auch meinen: Werde ich schon misshandelt und vergewaltigt, dann warum nicht wenigstens gegen Geld!“

 

Geneviève Hesse

 

Par Redaktion ParisBerlin le 19 octobre 2018

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Feministische Sommeruni und der Einfluss der Pro-Prostitutions-Lobbies

Die feministische Partei DIE FRAUEN hat die feministische Sommeruni besucht. Hier berichten wir über die Prostitutionsveranstaltungen, denn unser Ziel ist die Abschaffung des Sexkaufs in Deutschland.

Die Prostitutionsbefürworterinnen waren im Programm als Erstes an der Reihe.

Wie inzwischen alle wissen, nennen Prostitutionslobbyisten Frauen in der Prostitution: „Sexarbeiter*innen“. Und damit sie ihre Beteiligung an einem feministischen Event rechtfertigen können, benutzen sie den Spruch: „Sexarbeiter*innenrechte sind Frauen*rechte“. Wir könnten uns darüber lustig machen, in dem wir antworten: „und umgekehrt?“, aber, Ok, wir sind nicht zum Spaßen da. Diese Leute meinen es ernst mit ihrem Würgegriff um den Feminismus.

Wir betreten zuerst einen Saal mit mehreren kreisförmig eingestellten Stühlen. In dem zentralen Kreis, sitzen die vier Referentinnen und eine Moderatorin. Die Zuschauer/innen nehmen in den weiteren Kreisen drumherum Platz. Mit dieser Sitzeinteilung kann frau nicht alle Referentinnen gleichzeitig sehen. Von einer oder zweien sehen wir nur den Rücken. Sie bitten damit den Zuschauerinnen nur die Perspektive an, ihnen zu folgen. Damit sie uns halbwegs sehen können, müssen die Referentinnen über ihre eigene Schulter gucken. Viele Zuschauerinnenplätze bleiben allerdings leer.

Unter den Referentinnen erkennen Eingeweihte die berühmte Stephanie Klee, 56 Jahre, Betreiberin einer Escort-Agentur. Den Anderen wird sie als Sozialarbeiterin und „Sexarbeiterin“ vorgestellt; Mechthild Eickel, 68 Jahre, seit 2014 in Ruhestand, Initiatorin einer „Huren-Bewegung“ in den 70gern und Ex-Leiterin der „Madonna“ in Bochum, Organisation für die Förderung der „beruflichen“ und kulturellen Bildung des – so zusagen – „Sex-Proletariats“, Dorothea Lindenberg, 60 +, von Maria + Magdalena 4ever, Berlin, einer neuen Pro-Prostitutionsgruppe unter dem Deckmantel des Feminismus, (nur ein Jahre alt), Marlene Lavert, 30 +, Angehörige der BSD e.V. „Berufsverband“ der „Erotik“ , käufliche Erotik gemeint, und neue Leiterin der berüchtigten Organisation Hydra e.V..

Die Jüngste in der Runde ist die Moderatorin. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie vorgestellt wurde. Wenn ich das Alter der Beteiligten erwähne, ist es nicht, um Age-Shaming zu betreiben, sondern weil, wir, als Abolitionistinnen sehr wohl wissen, dass  Frauen weltweit in der Prostitution nicht älter als dreißig + werden, wenn sie in dieser „Tätigkeit“ bleiben. Es ist unverschämt von über Fünfzigjährigen, im Namen der Frauen in den Bordellen zu sprechen, und deren „Arbeit“ zu verteidigen, die gerade daran gehindert werden, 50 + zu werden.

Die Moderatorin erklärt, dass das Prostitutionsschutzgesetz 2017 Thema der Diskussion sein würde.

Stephanie Klee beginnt.

Das Gesetz ist reine Diskriminierung gegenüber „Sexarbeiter*innen“, sagt sie. „Alle in der Branche“ wären gegen dieses Gesetz. Wo bliebe die freie Entfaltung der Persönlichkeit? Jede/r habe das Recht seine Arbeit frei zu wählen. Schutz? Es gäbe keinen Schutz mit diesem Gesetz sondern Beschneidung. Man/frau müsse sich zu einer „Zwangsberatung“ begeben. „Ich habe keine Wahl!“, empört sie sich. Es schränkt mich fürchterlich ein.

Zur Anmeldepflicht sagt Stephanie Klee, dass sie jetzt eine Grundvoraussetzung sei, um in einem Bordell arbeiten zu können. Damit verfolge der Staat das Ziel, die Ausübung dieses Berufes verweigern zu können. „Ich muss jetzt nachweisen, wo ich gearbeitet habe. Ich werde kontrolliert. Ich bin ein gläserner Mensch“, fügt sie hinzu. Sie tut, als ob sie selbst gerade im Moment in einen Bordell arbeiten würde und betroffen sei. The bigger the lie, the better it works. „Der Staat will uns immer kontrollieren: in der Kaiserzeit, in Nazizeit, in der Prostitution im KZ“ so Stephanie Klee unverschämt. Wie kann sie einfach meinen, dass KZs voll von begeisterten „Berufsausübenden“ waren? Unglaublich!

Es wurde dann seitens des Publikums über gesammelte Daten und Beratung bei Hydra gefragt, wo würde das Gesetz wirklich schon eingesetzt; sollte sich sonst nicht jede/r anmelden, wenn ein/en eine Gewerbe betreiben wolle?

Nein, die Anmeldung wäre anderer Art. Sie sollte zweimal pro Jahr an einer Sonderstelle, speziell für Prostituierte, stattfinden. (Eigentlich haben alle Gewerbe, weil beruflich bedingt, eine „Sonderstelle“ für deren Registrierung. Aber so gesagt, klang es schrecklich).

Nein, nicht jede/r muss sich anmelden. Z.B. Bildungsreferentinnen müssen es nicht, sagte Dorothea Lindenberg (ja aber polizeilich schon. Das Begriff „polizeiliche Anmeldung“ tauchte leider nie auf).

Das Gesetz wurde natürlich in Bayern eingesetzt, wo sonst? (Lachen im Publikum, Bayern wird allgemein verachtet, es trifft sich gut). In Bayern kriegen „Sexarbeiter*innen“ sofort Bußgelder, behauptete Stephanie Klee.

Marlene Lavert, die die ganze Zeit einen jämmerlichen Ton annahm, um Mitleid zu erregen, denn Emotionen können den Mangel an sachlichen Argumente besser decken, erzählte darauf eine unglaubliche fiktive Situation:

„Freier: bist du registriert?

Prostituierte: Nein

Freier: du bist nicht registriert, dann zahle ich nicht“.

Keine Zuckung im Publikum, das nicht zu wissen scheint, dass in der Regel Freier im Voraus oder an Zuhälter zahlen. Außerdem interessiert es den Freier nicht die Bohne, wie eine Frau in der Prostitution sonst lebt, solange sie und nicht der Freier von dem Staat schikaniert wird.

Nach der Fragerunde, darf Mechthild Eickel sprechen. Es stellt sich heraus, dass sie eine Zeit erlebt hatte, wo die Frauen in der Prostitution von dem Staat besonders schlecht behandelt wurden. Darum hatte sie damals die Huren-Bewegung gegründet. Sie scheint aber dort stecken geblieben zu sein, und nicht zu merken, dass die Welt der Prostitution sich drastisch geändert hat. Trotzdem spricht sie plötzlich von Frauen in der Prostitution, die „verschwinden“. Ich spitze die Ohren. Eigentlich meint sie, dass die Beratung bei Madonna e.V. leider keine Weiterverfolgung zustande kriegt, denn die Organisation erreicht die Frauen schlecht, und oft verschwinden sie, ohne dass man/frau wüsste warum und wo. Leider versteht sie nicht, dass die Frauen vielleicht gar nicht stolze Huren sein möchten, sondern nur raus aus der Hölle wollen.

Dorothea Lindenberg ist an der Reihe. Sie meint: die Ausgrenzung der Sexarbeiterinnen hat mit Rassismus zu tun. Ihre Begründung: 1. Gewalt gegen Frauen werden von bestimmten Länder zugeschrieben 2. Bestimmte Frauen werden sexualisiert 3. Kontrolle würde bloß als Schutz inszeniert. Rassismus heißt dann für sie: Nicht-Deutsche verhindern, in der Prostitution zu arbeiten. Sie fügt hinzu, dass Prostitution als eine bestimmtes Milieu (anstatt als eine normale Arbeit), eine fremde Kultur (anstatt als eine normale Arbeit) angesehen ist. Profiteure, Zuhälter und Menschenhändler werden systematisch in Zusammenhang damit gebracht (obwohl wir mit einer ganzen normalen Arbeit zu tun haben). Zwangsehe verhindern (!) zu wollen, diente dazu Scheinehe zu verhindern (Zwangsehe ist angeblich auch interessant für die Prostitution-Lobby! Mal abwarten, was sie in dem Bereich im Schild hat). Es wird alles auf Migrantinnen fokussiert und Frauenorganisationen würden sich als Helfer inszenieren, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass Migrantinnen ihr Beruf vielleicht freiwillig wählen (Übersetzung: wir brauchen neue Ware für die Bordelle und die Geflüchtete Mädchen und Frauen sind eine gute Quelle).

Die Landesfrauenrat und andere Frauenorganisationen würden Migrantinnen (von dem Wort „Geflüchtete“ machten die Referentinnen nie Gebrauch) daran hindern, einen Arbeitserlaubnis zu bekommen (Übersetzung: Feministinnen kommen uns ständig in die Quere).

Unsere Frage aus dem Publikum: gäbe es ihre Meinung nach kein Menschenhandel? Antwort von Mechthild Eickel: natürlich aber nicht mehr und nicht weniger als für die anderen Berufe. Überall würden Qualifikationen, Kompetenzen, etc ausgebeutet. Dorothea Lindenberg fügt hinzu, dass Frauenhandel selten vorkomme! Man/frau würden „Sexarbeiter*innen“ mit Moral wieder zuschütten. (Moral / Rassismus / Selbstbestimmungseinschränkung sind die drei beliebteste Totschlagargumente). Weiße wohlhabende Frauen sind grundsätzlich, sagt sie noch, gegen Migrantinnen, die sich für die Prostitution entscheiden. Obwohl es gute Arbeitsplätze in dem Bereich gibt.

Wenn diese Frauen in Wirklichkeit, nur die Interesse von Zuhälter vertreten oder selber Zuhälterinnen sind, macht natürlich so eine Aussage Sinn.

Frage im Publikum: warum sind Migrantinnen hier nicht vertreten. Antwort: Es ist anmaßend zu erwarten, dass es Vertreterinnen der Migrantinnen hier gibt. Als ob sie anders wären als wir! Wollen wir ihnen außerdem einen Arbeitstag verlieren lassen? (Wir fragen uns: und sie selbst? Und außerdem ist es Samstag. Haben denn „Sexarbeiter*innen“ nie Pause?). Marlene Lavert: „Warum sollten sie da sein?“. Vielleicht weil wir gerade nur mit weißen wohlhabenden Frauen zu tun haben, hätte ich gern geantwortet. Aber so viele Scheinheiligkeit lässt einfach sprachlos.

Der Clou war natürlich als Stephanie Klee behauptete, dass sie wegen dem Gesetz Angst hätte, wenn ihre Familie von ihrem Doppelleben erfahren würde. Leider haben viele aus dem Publikum keine Ahnung wie sichtbar diese Frau in Internet ist. Sie hat sogar eine Wikipedia-Seite, wo über ihr sogenanntes geheimes Doppelleben alles steht.

Noch eine in die Runde geschmissene Lüge: Parallele mit §219a darf man/frau keine Werbung für die „Gewerbe“ machen! Wir fragen uns, wie sie die Werbungen für Bordelle nennen, die in der Stadt überall blühen! Die Anklage gegen zwei Ärtzinnen wegen „Werbung“ für Schwangerschaftsabbruch nach GG § 219a wird von der Lobbyistinnen hiermit gekapert.

Frage vom Publikum, das wieder nichts gemerkt hat: was wünscht ihr euch für ein Gesetz? Und wenn Sie Schweden und Österreich als schlechte Beispiele sehen, Welches Beispiel ist für sie relevant?

Das Beispielland von Marlene Lavert in Sache Prostitution ist Indien. OK. Einer der frauenfeindlichsten Länder der Welt. Anderseits macht dieses Beispiel natürlich Sinn, wenn diese Frauen in Wirklichkeit, nur die Interesse von Zuhälter vertreten oder selber Zuhälterinnen sind.

Stephanie Klee möchte ein Gesetz, das explizit dies abschafft und dies abschafft und dies auch abschafft, und dies noch abschafft. Kurz gefasst: Gesetzlosigkeit in Sache Prostitution. Hier wieder: wenn diese Frauen in Wirklichkeit nur die Interesse von Zuhälter im Blick haben oder selber Zuhälterinnen sind, das macht natürlich Sinn, dass sie jegliche Gesetze verwehren.

Die Lobbyistinnen knüpfen das Gesetz von 2017 an § 219. Weil es auch ein Gesetz „gegen Frauenrechte“ wäre. Die Frage „hast du abgetrieben?“ ist ähnlich wie „hast du dich prostituiert?“, behaupten sie noch (ist Schwangerschaftsabbruch auch ein Beruf? Ist Schwangerschaftsabbrecher*innensohn auch ein Schimpfwort?). Sie verlangen in dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz angenommen zu werden. An das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung schliessen sie sich saugnapfmässig. Das „diskriminierende“ Prostitutionsschutzgesetz, sagt Marlene Lavert, hat sie traumatisiert. Sie empfand Übelkeit, sie musste sich übergeben und wurde tagelang krank, so hart traf es sie… als sie vergewaltigt wurde? Nein, als si erfuhr, dass das Gesetz verabschiedet wurde.

Das Publikum ist gerührt.

Sie fleht uns an, ihre Argumente weiter zu leiten, sie einzuladen, Ihre Anliegen nicht zu vergessen und zu verbreiten. Es ist immer eine gewisse Rekrutierungsrede in die Prostitution zwischen den Sätze zu hören aber wenn diese Frauen in Wirklichkeit, die Interesse von Zuhälter vertreten oder selber Zuhälterinnen sind, macht es natürlich Sinn.

Später gingen wir zu der Veranstaltung „ROTLICHTAUS“. Ein Teil des Publikums von der ersten Veranstaltung war auch da. Wir erkannten das Mädchen, das in den Schränken verwiesen wurde, als sie fragte, warum die Migrantinnen nicht vertreten wurden. Wir dachten, dass sie auf unserer Seite sei. Es war leider falsch gedacht, wie es sich später herausstellte. Der Saal war auch doppelt so groß, aber so voll, dass keine Sitzplätze mehr frei waren. Leider hatte Solveig Senft, Gymnasiallehrerin aus Ulm und Sisters-Mitfrau, im Gegensatz zu der vorigen Referentinnen keinen Mikrofon zur Verfügung.

In ihrem Vortrag, zeigte sie mit Powerpoint zuerst Zitate historischer Feministinnen, die nicht zufällig alle Abolitionistinnen waren. Es folgten Fakten, Zahlen, nüchterne Informationen. Die Gymnasiallehrerin bildete das Publikum. Die Zuschauerin, die wir wieder erkannt haben, beschwerte sich. Sie sagte, dass sie davor bei der anderen Veranstaltung war und etwas ganz anderes gehört hätte. Aber sie musste sich gedulden, und ihre Fragen erst nach dem Vortrag stellen. Die Referentin beschrieb dann den Inhalt des Jobs sehr ausführlich: mindestens zehnmal pro Tag von verschiedenen Männer seine Körperöffnungen zur Penetration zur Verfügung zu stellen + Besonderheiten: Gangbang, Goldregen, „facial“ und so weiter. Ein Frauenkörper würde dafür nicht geschaffen sein, wagte Solveig Senft zu sagen.

Solange alles abstrakt war, blieb das Publikum unberührt. Aber als es konkret wurde, meldeten sich plötzlich viele. Das Mädchen von der vorigen Veranstaltung, das sich gerade gedulden müsste, war besonders außer sich. Sie fragte: woher wissen Sie, dass ein Frauenkörper das nicht aushalten kann?

Mit dieser Frage war klar, dass nichts von den Vortrag angekommen war: nichts von den Machtverhältnissen, die die Ausbeutung der Frauen erschaffen, von der organisierten Armut, dem Rassismus gegenüber slawische Frauen, deren Ohnmacht sich zu wehren, aus sprachlichen Barrieren, es wurde nichts von der Entwürdigung erfasst, die den Anspruch der Männer auf Frauenkörper bedeutet, etc…

Hält das Werkzeug „Frauenkörper“ das aus, ja oder nein?

Aushalten.

Aus.

Halten.

Körper.

Was hat das Publikum in der ersten Veranstaltung gelernt? Es hat gelernt, dass zu unrecht genannte „Sexarbeiter’innen“ eine SPEZIELLE Frauengruppe bilden. Es sind keine Frauen wie jede Andere, die aber eine Arbeit wie jede Andere ausüben. Schon im Mittelalter wurden Prostituierte auf dieser Weise beschrieben!

Es wurde hitzig. Es wurde nicht mehr gewartet, dass die Referentin ein Zeichen gibt, um Fragen zu stellen. Zuschauerinnen schrien sich gegenseitig kurz an. Viele verließen den Raum.

Vielleicht könnten feministische Organisationen aufhören, weibliche Zuhälter in ihre Veranstaltungen einzuladen.

Da bequeme Lüge immer vor unbequeme Wahrheiten gezogen werden, wie können wir mit Verstellungskünstlerinnen eine vernünftige feministische Arbeit leisten? Wir stellen uns selbst ein Bein, wenn wir junge Menschen, Lügner und Manipulateure ausliefern. Währenddessen bleiben Tag für Tag unzählige stimmlose FRAUEN WIE WIR in die Hölle.

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Menschenzoo

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Im ICC findet heute noch die Internationale Funkausstellung statt. Als Symbolbild dafür: Adams Schöpfung mit einer (garantiert männlichen) göttlichen Roboterhand, die „Adam“ irgendein Zeug reicht. Eine ewiges „Männer‟-Bündnis, obwohl hier der männliche Gott nur noch eine Maschine ist. Nur? Männer vergöttern doch Maschinen! Sie geben ihnen eine höhere Stelle als den Menschen. Wir müssen an das Zitat von Adrienne Rich denken: „A men’s world. But finished. They themselves have sold it to the machines‟.

Gegenüber dem ICC ein anderer Gott „Born a legend‟ mit einem riesigen Neymarkopf wirbt für… was sonst? Maschinen.

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Um die IFA herum spukt auch Samsung mit komischen Menschenzoos, die die sogenannte „AR‟ (Augmented Reality) vorstellen sollen. Es geht um Modelle hinter Schaufenstern, die sich kaum bewegen und Zombie-Kontaktlinsen tragen. Damit erschrecken sie Kinder, die nicht mehr wissen, ob das wirklich Menschen sind. Hauptsache aber, man/frau ist genug beeindruckt, um neue, noch penetrantere Maschinen zu kaufen. Diese Maschinen sind dafür da, Realität vorzutäuschen. Was macht vorgetäuschte Welten attraktiver als die reale Welt?

 

Um das ICC herum und an strategischen Stellen findet man/frau jetzt die Plakate der ewigen Sexkaufmesse, „Venusmesse‟ genannt. Die Ware ist natürlich weiblich bzw. in Form eines Loses von vier Frauen dargestellt; zwei, die hintereinander stehen, die wiederum zwei Hintereinanderstehende umarmen, als ob es noch ein Mann dazwischen fehlen würde.

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Diese Plakate sind jedes Jahr in anderen Sklavinnenhaltungen zu sehen. Irgendwann werden es Maschinen sein, die Menschenzoos und Frauenzoos halten werden. Entmenschlichung in Allgemeinen macht anscheinend Männer unendlich viel Spaß. Sie nennen das sogar „Fortschritt“.

Blöd aber wahr.

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